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„Es gibt keine Einheit, wenn nicht jeder Mensch ein Teil davon ist.“

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(Bild: Presse-Team Nils Gremminger, Adrian Kern & Erik Zimmer)

Am Donnerstag, dem 10. November 2016, besuchte die jüdische Zeitzeugin Eveline Goodman-Thau das BGB und hielt in diesem Rahmen einen interaktiven Vortrag für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12. Den Vortrag eröffnete der Regisseur und Philosoph Martin Schmiederer mit einer Klaviermelodie, gefolgt von der Lesung literarischer Texte.

Flüsse ohne Brücken
Häuser ohne Wand
Wenn der Zug durchquert es –
Alles unerkannt

Menschen ohne Schatten
Arme ohne Hand
[…]

(Hannah Arendt, *1906)


Dieses Gedicht wurde anschließend von Frau Goodman-Thau ausführlich erläutert. Dabei ging sie vor allem auf die Themen Heimat, Verlust von Traditionen und die Gesellschaft ein. Das alles stand vor dem Hintergrund ihrer eigenen Vergangenheit und Erfahrungen. Eveline Goodman-Thau wurde 1934 in Österreich geboren und floh in ihrer Kindheit mit ihrer Familie vor dem Nationalsozialismus nach Holland. Unter anderem studierte sie Philosophie und jüdische Religions- und Geisteswissenschaften. Ihre Verbindung zur Stadt Buchen entstand durch die Gründung der Hermann-Cohen-Akademie im Jahre 1998 im Buchener Klösterle.
Die heute in Jerusalem lebende Jüdin thematisierte auch viele aktuelle, gesellschaftliche Aspekte, wobei sie unter anderem intensiv den Populismus der US-Amerikanischen Präsidentschaftswahl analysierte. Außerdem bezeichnete sie die Lage vieler Flüchtlinge als „neue Realität, die wir als wohlhabende Europäer nicht verstehen können“. Zum Thema Identität unterschied sie zwischen der Europäischen Union (EU) und dem sogenannten Ethos Europa (EE), womit sie auf die gesellschaftlichen Merkmale und die Gesinnung der Europäer verwies. Das Judentum habe durch den Zweiten Weltkrieg Deutschland zwar als geographische Heimat verloren, jedoch niemals die damit verbundene kulturelle Identität.
Abschließend sprach sie sich gegen Ausgrenzung und Populismus aus und gab den Schülern die Worte „Wir sind nicht bedroht durch Fremde, wenn wir ein starkes Selbstverständnis haben“ mit auf den Weg. „Es gibt keine Einheit, wenn nicht jeder Mensch ein Teil davon ist.“

(Nils Gremminger, Adrian Kern & Erik Zimmer)

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