Burghardt-Gymnasium Buchen

Inklusion kann viel Spaß machen PDF Drucken E-Mail
  
Mittwoch, 28. März 2012 um 15:23 Uhr

Jana Blase vom BGB führte Tanzkurs mit behinderten und nicht behinderten Schülern durch

Die Aula im Burghardt- Gymnasium Buchen (BGB) war am Freitagabend für einen besonderen Anlass herausgeputzt: Mit einem Abschlussball endete ein Tanzkurs von Gymnasiasten gemeinsam mit behinderten Schülern der Alois-Wißmann-Schule (AWS).

Hauptverantwortliche war die 17-jährige Jana Blase. Seit der 7. Klasse setzt sich die Abiturientin für Kooperationsprojekte zwischen dem BGB und der AWS ein. Seit der achten Klasse ist sie Sozialmentorin an ihrer Schule. Als ihre Religionslehrerin sie auf den mit 1000 Euro dotierten Schülerwettbewerb „Anders leben lernen“ der „Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen in Baden-Württemberg“ ansprach, war sie sofort Feuer und Flamme. Jana ist selbst begeisterte Tänzerin. Außerdem verfügt sie über eine Tanzlehrerausbildung der Stufe C. Und so war es für sie naheliegend, einen Tanzkurs für behinderte und nichtbehinderte Schüler anzubieten.

Bei zehn Treffen von jeweils eineinhalb Stunden brachte sie insgesamt 21 Teilnehmern die Schritte für Tänze wie Disco-Fox, Cha-Cha-Cha, Walzer, Salsa und Rumba bei. „Ich habe gedacht, das wird schwer“, sagt sie. „Aber jetzt bin ich richtig stolz auf die Teilnehmer von der Alois-Wißmann-Schule.“ Darüber hinaus hat sich die junge Frau auch um Sponsoren gekümmert, die nicht nur die Häppchen für den Abschlussball finanzierten, sondern auch die Ballkleidung für die Teilnehmer, die sich diese finanziell nicht leisten konnten.

Und so trafen sich am Freitagabend einige Lehrer, Eltern und die Tanzschüler zu einem ausgelassenen und beschwingten Abend in der liebevoll dekorierten Aula des Gymnasiums. „Es ist klasse, dass aus meiner Idee etwas so Großes geworden ist“, sagte Jana Blase begeistert. BGB-Schulleiter Oberstudiendirektor Manfred Lauer lobte Jana für ihren Mut und ihre Tatkraft. „Während manche noch über Inklusion rätseln, hat Jana Inklusion zum Leben gebracht.“ Unter Inklusion versteht man in diesem Zusammenhang, dass Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam unterrichtet werden. Lauer verwies auf die UN-Behindertenrechtskonvention, in der die Chancengleichheit zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen niedergeschrieben ist. Auch Deutschland hat sich dazu verpflichtet, diese umzusetzen.

Janas Integrationsprojekt könne ein Anstoß für eine inklusive Schulentwicklung sein, sagte Lauer. Schon seit den 80er Jahren arbeite das BGB mit der AWS zusammen. Damals habe man gemeinsam mit behinderten Schülern ein Biotop angelegt. In den vergangenen Jahren gingen Schüler beider Schulen gemeinsam ins Schullandheim oder unternahmen einen Segeltörn. Andreas Zeller von der AWS dankte den Schulen und Jana für ihren Einsatz. „Du solltest den Wettbewerb gewinnen“, wünschte er.

 

Artikel der RNZ vom 5. März 2012 (Martin Bernhard)


Aktualisiert ( Dienstag, 24. April 2012 um 08:14 Uhr )