Eine-Welt-AG

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Ein Vortrag von Taslima Akhter

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Am 18. März 2019 durfte das Burghardt-Gymnasium die Fotografin Taslima Akhter begrüßen, die für alle Schüler der Jahrgangsstufe 10 und Mitglieder der Eine-Welt-AG einen beeindruckenden Vortrag über das Leben und die Herausforderungen der Textilarbeiter in Bangladesch hielt.


Sie selbst setzte sich früh als Aktivistin für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ein und ist heute Präsidentin der „Bangladesh Garment Workers Solidarity“. Vor einigen Jahren entdeckte sie die Fotografie als Sprachrohr für sich, um weltweit auf die Misstände in ihrem Heimatland aufmerksam zu machen. Seither stellt sie ihre Bilder in den verschiedensten Ländern der Welt aus.
In Bangladesch müssen viele junge Frauen und Männer bereits im Alter von 14 / 15 Jahren die Arbeit in einer Textilfabrik aufnehmen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. Aufgrund der langen Arbeitszeiten und der körperlich harten Tätigkeiten sind ihre Körper bereits nach wenigen Jahren so von der schweren Arbeit gezeichnet, dass sie dies nicht selten mit dem Leben bezahlen.
Die Bilder vom Einsturz der Rana-Plaza-Fabrik am 24. April 2013 bildeten ohne Zweifel den Höhepunkt des Vortrags. Trotz Sicherheitswarnungen bestand der Besitzer der Fabrik auf einen fortlaufenden Betrieb und drohte den ohnehin am Existenzminimum lebenden Arbeitern mit Lohnkürzungen. An diesem Tag fanden 1243 junge Frauen und Männer ihren Tod. Frau Akhter hielt ihre Eindrücke des prägenden Ereignisses in ihren Bildern mit dem Slogan „Remember the date and fight for the living“ fest, die auf der einen Seite schockieren, auf der anderen Seite aber bewusst die unerbittlichen Bedingungen vor Ort aufmerksam machen sollen.

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Ihre Botschaft an die Schüler wie auch jeden einzelnen Konsumenten ist eindeutig: Solange die bengalische Regierung nicht die Notwendigkeit erkennt, sich durch einheitliche, menschenwürdigende Rahmenbedingungen aktiv für den gesundheitlichen Schutz eines jeden Arbeiters einzusetzen, liege die Verantwortung bei uns als Konsumenten, auf die Herkunft unserer Textilien zu achten. Schließlich beziehen viele bekannte Modelabels ihre Textilien unter anderem aus Bangladesch, aus der einzigen Motivation heraus, die Produktionskosten möglichst gering zu halten, wodurch sie die untragbare Situation im Land selbst schüren. Bangladeschs Textilarbeiter seien, laut Taslima Akhter, keine Opfer, sondern Kämpfer, die jeder Einzelne in Europa durch einen bewussten Erwerb von Textilien unterstützen kann. Diese Botschaft wird auch durch die Initiative „Stop-Fast-Fashion“ gefördert. Weitere Informationen und bewegende Bilder finden sie unter www.taslimaakther.com.

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(Text: Jeannette Speidel, Bilder: Christian Speidel)

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